Spiritualität

Liebe – Zentrum der Salesianischen Spiritualität

Fast könnte man die Spiritualität des hl. Franz von Sales  mit einem Wort definieren: Liebe.

„Welche Freude, lieben zu können, ohne ein Übermaß fürchten zu müssen! Ein solches gibt es aber nicht, wo man in Gott liebt.“

(Deutsche Ausgabe der Werke des heiligen Franz von Sales -DASal – 5,220)

Alles, was er dachte, sagte oder tat, war von der Liebe  bestimmt. Sie stand für ihn an erster Stelle – in ihren unterschiedlichen Formen als Gottes- , Nächsten- und Selbstliebe. Sie ist das Fundament, das alles trägt. Sie ist Anfang, Weg und Ziel des christlichen Lebens. Er war überzeugt, dass alles aus dem Herzen, dem Sitz der Liebe, kommt.

Das gibt der salesianischen Spiritualität ihren positiven Charakter und ihre lebensbejahende Weite. Ihr positives Gottes- und Menschenbild sind uns eine große Hilfe auf unserem Lebensweg. Wir fühlen uns ermutigt und gestärkt und können so schwierige Zeiten besser durchstehen. Der Optimismus der salesianischen Spiritualität gründet in dem großen Vertrauen auf die Erlösung der Menschheit durch Jesus Christus. Franz von Sales will, dass der Heilige Geist durch das Leben der Christen zur Welt in einer Sprache sprechen könne, die diese versteht: die Sprache der Liebe und der Freude.

„Die Liebe ist eine wunderbare Tugend. Sie ist Mittel und Zweck in einem, Bewegung und Ziel, der Weg, der zu ihr selbst führt. Was muss man also tun, um zu lieben? Dazu bedarf es keiner anderen Kunstgriffe als einfach zu lieben; so wie man Laute spielen lernt, indem man Laute spielt, und tanzen lernt, indem man tanzt.“

(aus: Jean-Pierre Camus „L’esprit de Saint Francois de Sales“)

Das sind große Worte, die uns inspirieren können – aber wie können wir das in unserem Leben umsetzen? Diese Frage haben viele Menschen Franz von Sales gestellt. Und er hat ihnen Antworten darauf gegeben: Liebe ist eine Tugend- und um lieben zu können sind weitere Tugenden notwendig, die unsere Haltungen Gott und dem Nächsten gegenüber prägen.

Das Wort „Tugend“ scheint nicht in unsere Zeit zu passen, hat für manche einen leicht altbackenen Beigeschmack. Gemeint sind damit allerdings Haltungen und Verhaltensweisen, die uns Orientierung geben, die uns helfen, uns zu entwickeln und zu denen zu werden als die wir von Gott gemeint sind. Es geht dabei gerade nicht um ein Verbiegen, sondern um die Entfaltung unserer Persönlichkeit . Tugenden sollen uns den Weg zu einem gelingenden Leben weisen. Franz von Sales wollte den frohen Menschen, der nicht von seinem Versagen niedergedrückt ist, sondern der sich in der Liebe Gottes aufgehoben weiß. So sollen wir uns nicht ständig mit unseren Fehlern beschäftigen, sondern das Gute in uns – also die Tugenden- pflegen und einüben.

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