Sanftmut

Die Sanftmut dürfen wir nicht verwechseln mit einem Laissez-faire: „Ist ja alles nicht so schlimm – Schwamm drüber“.

Es geht nicht darum, Fehler und Sünden zu verkleinern und zu verharmlosen. Für Franz von Sales ist die Demut das Fundament für die Sanftmut. Denn wenn wir demütig sind, ist uns bewusst, dass wir als schwache und unvollkommene Wesen auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen sind. Und diese Barmherzigkeit sollen wir auch unseren Mitmenschen gegenüber zeigen. Wir sehen die Fehler, aber dahinter den Menschen, der viel Geduld und Liebe braucht, um sich zu bessern.

Franz von Sales hatte diese Richtschnur

„Behandle die Sünde scharf, den Sünder aber milde.“

(Kurzfassung eines Zitates nach DASal 5,391)

Er war davon überzeugt

„Der Geist der Milde ist der wahre Geist Gottes. Glauben Sie mir, man muss wohl die Wahrheit sagen, aber ganz sanft. Man muss wohl über das Schlechte empört und fest entschlossen sein, sich niemals darauf einzulassen; dennoch muss man dem Nächsten gegenüber ganz mild bleiben.“

(DaSal 5, S. 391)

Die Sanftmut sollen wir nicht nur im Umgang mit anderen üben, sondern auch uns selbst gegenüber. Wir sollen unsere Fehler sehen, aber uns nicht davon entmutigen lassen. Der beste Weg ist es, unsere Fehler anzunehmen und uns darum zu bemühen, es bei nächster Gelegenheit besser zu machen – mit dem Vertrauen, dass wir – auch wenn wir wieder scheitern – dennoch Gottes geliebtes Kind sind.

„Ich will ihnen etwas sagen, behalten sie es gut: Wir bemühen uns manchmal so sehr, gute Engel zu werden, dass wir es unterlassen, gute Männer und Frauen zu sein.“

(DaSal 6, S. 40)

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