Inspiration für Menschen seit über 400 Jahren

Der Einfluss von Franz von Sales auf Menschen war schon zu seinen Lebzeiten groß. Durch sein Werk berührt und inspiriert er viele Menschen bis heute. Hier haben wir für Sie einige Aussagen bekannter geschichtlicher Persönlichkeiten zusammengestellt.

Vincent von Paul (1581 – 1660)

Auf der letzen Parisreise von Franz von Sales 1618 lernten sich die beiden kennen und hatten lange Gespräche. Vincent wurde Spiritual der beiden Heimsuchungsklöster in Paris. Er wird später sagen: „Mein Gott, wie gut bist du, wenn dein Geschöpf (Franz von Sales) schon so von Güte erfüllt ist?“

Giovanni Bosco (1851 – 1888)

Franz von Sales war seit frühester Jugend sein Vorbild. Am 18. Dezember 1859 gründete er eine religiöse Vereinigung, die 1874 von Papst Pius IX. als Gesellschaft des heiligen Franz von Sales (bekannt als Salesianer Don Boscos) anerkannt wurde. 1876 gründete Bosco noch im selben Jahr die kirchlich bestätigte Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter, die heute den Namen Salesianische Mitarbeiter Don Boscos (SMDB, ital. Abkürzung ACS) trägt.

 

Papst Pius IX. (1846 – 1878)

Im September 1863 empfing Papst Pius IX. den Abbé Brisson in einer Audienz. Dabei sagte er ihm: „Oh, Sie arbeiten mit dem hl. Franz von Sales. Wie gut ist es, mit ihm zu wirken! Welche Macht hat er, die Seelen an Gott zu binden! Sehen Sie, ich lese täglich den hl. Franz von Sales in französischer Sprache, wie Ihnen dieses kleine Buch auf meinem Tisch hier beweist.” (Leben der verehrten Mutter Marie de Sales Chappuis.- Solothurn, 1889, S. 402)

Pius IX. hat dem hl. Franz von Sales 1877 den Titel „Kirchenlehrer” verliehen; im Dekret vom 19. Juni 1877 heißt es: „Er hat die Grundsätze und Wege der christlichen Vollkommenheit in vielen und vielfältigen Abhandlungen so vorzüglich dargestellt, dass er sie als leicht und zugänglich für jeden Gläubigen zeigte. Diese Abhandlungen, in gefälliger Sprache mit dem Liebreiz der Liebe geschrieben, brachten in der ganzen Christenheit überreiche Früchte der Frömmigkeit hervor.” (Dekret Urbis et Orbis, deutsche Übersetzung in: Jahrbuch 14 (1977) für salesianische Studien, S. 127-130)

Papst Pius XI. (1922 – 1939)

In seiner Enzyklika „Rerum omnium” zum 300. Todestag des heiligen Bischofs von Genf (1622/1922) erklärte Pius XI. Franz von Sales zum Patron der katholischen Journalisten und Schriftsteller. Seine Schriften, schreibt der Papst, sollen verbreitet werden, damit das christliche Volk sowohl sein heiliges Beispiel erwäge als auch seine Weisungen als Lebensregel festhalte. Vor allem wünscht er, dass die Philothea „auch heute von allen eifrig gelesen werde, wie sie einst so lange in den Händen aller war; dann wird die christliche Frömmigkeit wieder aufleben und die Kirche wird sich über die allgemeine Heiligkeit ihrer Kinder freuen.” (Enzyklika „Rerum omnium“ in: Jahrbuch 1 (1063) für salesianische Studien, S. 94 ff)

 

Papst Johannes XXIII. (1958 – 1963)

Seit seiner Kindheit kannte Angelo Roncalli, der spätere Papst Johannes der XXIII., Franz von Sales. Mit 19 Jahren fragte er sich oft: „Wie würde sich Franz von Sales in diesem Fall benehmen?“

Er nannte Franz von Sales seinen geliebten Heiligen. Als Alumne im Priesterseminar schrieb er am 29. Januar 1903 in sein geistliches Tagebuch:

„Heute war ein großer Festtag; ich habe ihn in Gesellschaft des hl. Franz von Sales, meines geliebten Heiligen, verbracht. Wie herrlich ist seine Gestalt als Mann, Priester und Bischof.

Wenn ich so sein könnte wie er, würde es mir nichts ausmachen, auch wenn sie mich zum Papst wählen würden. Ich denke gerne und oft an ihn, an seine Tugenden, an seine Lehre. Wie oft habe ich seine Lebensgeschichte gelesen. Wie dringen seine Aussprüche mir sanft ins Herz. Wieviel leichter fällt es mir, angesichts seines Beispiels demütig, sanft und ruhig zu sein.

Mein Leben, so sagt mir der Herr, muss ein vollkommenes Abbild des Lebens des hl. Franz von Sales sein, wenn es einiges Gutes hervorbringen soll. Nichts Außergewöhnliches soll in mir, in meinem Betragen sein, abgesehen von der Art und Weise, die gewöhnlichen Dinge zu tun: Omnia communia sed non communiter – Alles Gewöhnliche, aber nicht gewöhnlich. – Große brennende Liebe zu Jesus Christus, unsägliche Sanftmut gegenüber dem Nächsten, das ist alles.” (Johannes XXIII: Geistliches Tagebuch. -Herder-Bücherei 304/05, 1964, S. 137)

In diesen Sätzen sind nicht nur Leben und Lehre des hl. Franz von Sales auf den Punkt gebracht, sondern sie sind auch der Schlüssel zum Verständnis der Persönlichkeit des Angelo Roncalli. Er hat aber nicht nur das Gewöhnliche außergewöhnlich gut gemacht, sondern mit dem Il. Vatikanischen Konzil Großes für die Kirche geleistet.

Papst Paul VI. (1963 – 1978)

In seinem Apostolischen Schreiben „Sabaudiae Gemma” zum 400. Geburtstag des Heiligen (1967) nennt Papst Paul VI. Franz von Sales „den neuen, der heutigen Zeit aufs beste entsprechenden Lehrer des geistlichen Lebens” dessen christozentrischer Humanis­mus „von allen Seiten her zur vollen, dem Menschen entsprechenden Heiligkeit vorstößt.”

Der Papst des II. Vatikanischen Konzils ist überzeugt, dass „kein anderer unter den neueren Lehrern der Kirche mit ebenso tiefgründigem Scharfblick seines Geistes die Beratungen und Beschlüsse des Konzils vorweggenommen hat.” (Perle Savoyens und der Schweiz. Apostolisches Schreiben Papst Paul VI. zur 400- Jahrfeier der Geburt des heiligen Franz von Sales. -Kriens, o. J., S. 9 u. S. 4)

Johannes Paul I (1978)

Schon als Bischof und Patriarch von Venedig verkündete Albino Luciani (1912 – 1978) immer wieder die Lehre des Bischofs von Genf. Gleich nach seiner Wahl zum Papst ließ er sich die Werke des hl. Franz von Sales nach Rom bringen. In der Güte und Menschenfreundlichkeit des Papstes Johannes Paul I. erlebte die Menschheit den Geist des hl. Franz von Sales.

Mehr zum hl. Franz von Sales

„Die Anziehungskraft, die von den Werken des heiligen Franz von Sales ausgeht, liegt in der Aufrichtigkeit seiner Liebe zu Gott.

Er fühlt sich von ihr ganz umgeben, bringt seine Empfindungen zum Ausdruck, bleibt nicht auf Distanz… und sagt das, was ihm am meisten am Herzen liegt: die Liebe zu Gott.

Aus seinen Worten spricht das enorme Maß der Liebe dieses Heiligen.“

Carlo Maria Martini „ Gott und den Menschen begegnen mit Franz von Sales“ S. 56

 

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