. Der Heilige Franz von Sales

Päpste über Franz von Sales

Papst Pius IX. (1846 - 1878)

Im September 1863 empfing Papst Pius IX. den Abbé Brisson in einer Audienz. Dabei sagte er ihm: „Oh, Sie arbeiten mit dem hl. Franz von Sales. Wie gut ist es, mit ihm zu wirken! Welche Macht hat er, die Seelen an Gott zu binden! Sehen Sie, ich lese täglich den hl. Franz von Sales in französischer Sprache, wie Ihnen dieses kleine Buch auf meinem Tisch hier beweist.” 1)

Pius IX. hat dem hl. Franz von Sales 1877 den Titel „Kirchenlehrer” verliehen; im Dekret vom 19. Juni 1877 heißt es: „Er hat die Grundsätze und Wege der christlichen Vollkommenheit in vielen und vielfältigen Abhandlungen so vorzüglich dargestellt, dass er sie als leicht und zugänglich für jeden Gläubigen zeigte. Diese Abhandlungen, in gefälliger Sprache mit dem Liebreiz der Liebe geschrieben, brachten in der ganzen Christenheit überreiche Früchte der Frömmigkeit hervor.” 2)

Papst Pius XI. (1922 - 1939)

In seiner Enzyklika „Rerum omnium” zum 300. Todestag des heiligen Bischofs von Genf (1622/1922) erklärte Pius XI. Franz von Sales zum Patron der katholischen Journalisten und Schriftsteller. Seine Schriften, schreibt der Papst, sollen verbreitet werden, damit das christliche Volk sowohl sein heiliges Beispiel erwäge als auch seine Weisungen als Lebensregel festhalte. Vor allem wünscht er, dass die Philothea „auch heute von allen eifrig gelesen werde, wie sie einst so lange in den Händen aller war; dann wird die christliche Frömmigkeit wieder aufleben und die Kirche wird sich über die allgemeine Heiligkeit ihrer Kinder freuen.” 3)

Papst Johannes XXIII. (1958 - 1963)

Der „gütige Papst Johannes” nannte Franz von Sales seinen geliebten Heiligen. Als Alumne im Priesterseminar schrieb er am 29. Januar 1903 in sein geistliches Tagebuch: „Heute war ein großer Festtag; ich habe ihn in Gesellschaft des hl. Franz von Sales, meines geliebten Heiligen, verbracht. Wie herrlich ist seine Gestalt als Mann, Priester und Bischof. Wenn ich so sein könnte wie er, würde es mir nichts ausmachen, auch wenn sie mich zum Papst wählen würden. Ich denke gerne und oft an ihn, an seine Tugenden, an seine Lehre. Wie oft habe ich seine Lebensgeschichte gelesen. Wie dringen seine Aussprüche mir sanft ins Herz. Wieviel leichter fällt es mir, angesichts seines Beispiels demütig, sanft und ruhig zu sein. Mein Leben, so sagt mir der Herr, muss ein vollkommenes Abbild des Lebens des hl. Franz von Sales sein, wenn es einiges Gutes hervorbringen soll. Nichts Außergewöhnliches soll in mir, in meinem Betragen sein, abgesehen von der Art und Weise, die gewöhnlichen Dinge zu tun: Omnia communia sed non communiter - Alles Gewöhnliche, aber nicht gewöhnlich. - Große brennende Liebe zu Jesus Christus, unsägliche Sanftmut gegenüber dem Nächsten, das ist alles.” 4)

In diesen Sätzen ist nicht nur eine vorzügliche Charakteristik des Lebens und der Lehre des hl. Franz von Sales gegeben, sondern auch der Schlüssel zum Verständnis der Persönlichkeit des Angelo Roncalli. Er hat aber nicht nur das Gewöhnliche außergewöhnlich gut gemacht, sondern mit dem Il. Vatikanischen Konzil Großes für die Kirche geleistet.

Papst Paul VI. (1963 - 1978)

In seinem Apostolischen Schreiben „Sabaudiae Gemma” zum 400. Geburtstag des Heiligen (1967) nennt Papst Paul VI. Franz von Sales „den neuen, der heutigen Zeit aufs beste entsprechenden Lehrer des geistlichen Lebens” dessen christozentrischer Humanis­mus „von allen Seiten her zur vollen, dem Menschen entsprechenden Heiligkeit vorstößt.” Der Papst des II. Vatikanischen Konzils ist überzeugt, dass „kein anderer unter den neueren Lehrern der Kirche mit ebenso tiefgründigem Scharfblick seines Geistes die Beratungen und Beschlüsse des Konzils vorweggenommen hat.” 5)

Papst Johannes Paul I (1978)

In der Güte und Menschenfreundlichkeit des Papstes Johannes Paul I. erlebte die Menschheit den Geist des hl. Franz von Sales. Gleich nach seiner Wahl zum Papst ließ er sich die Werke des hl. Franz von Sales nach Rom bringen. Als Bischof und Patriarch von Venedig verkündete Albino Luciani (1912 - 1978) immer wieder die Lehre des Bischofs von Genf.

 

Diese Texte wurden entnommen:
Unser Gebet. Gebet- und Gesangbuch der Oblaten des heiligen Franz von Sales. Franz Sales Verlag Eichstätt und Wien

Quellennachweis im Einzelnen:
1) Leben der verehrten Mutter Marie de Sales Chappuis.- Solothurn, 1889, S. 402
2) Dekret Urbis et Orbis, deutsche Übersetzung in: Jahrbuch 14 (1977) für salesianische Studien, S. 127-130.
3) Enzyklika „Rerum omnium” (lateinischer Text), in: Jahrbuch 1 (1963) für salesianische Studien, S. 94 ff
4) Johannes XXIII: Geistliches Tagebuch. -Herder-Bücherei 304/05, 1964, S. 137
5) Perle Savoyens und der Schweiz. Apostolisches Schreiben Papst Paul VI. zur 400- Jahrfeier der Geburt des heiligen Franz von Sales. -Kriens, o. J., S. 9 u. S. 4

Bildnachweis: Das Konzil und seine Folgen, Verlag C. J. Bucher AG, Luzern und Frankfurt / M